14. Februar 2005

Malik Kolumne: Warum keine Meinungs&aumlnderung in 2004?

Es ist einer der charakteristischsten Zge der menschlichen Natur, bestehende Trends zu extrapolieren. Je lnger ein Trend schon angehalten hat, umso mehr Leute glauben, gute Grnde dafr zu haben, dass er weitergeht. Es gibt aber keine Trends, die sich stndig fortsetzen.

Der Jahreswechsel bringt an den Finanzmrkten hufig markante Trendnderungen. Diese sind mindestens so wichtig, wie die Trends selbst.

Um die hufig berraschenden Ereignisse richtig deuten zu knnen, die whrend eines in Gang befindlichen Trendwechsels passieren, muss man das grere System verstehen, innerhalb dessen sich der Trendbruch vollzieht.

In Bullmarkets passieren die berraschungen auf der Longseite des Marktes. In Bearmarkets ist es umgekehrt. Typische aktuelle Ereignisse sind die Preiseinbrche bei Gold und Silber. Nachdem so deutliche Mehrheiten wie selten zuvor, fast alle Medien und die meisten Experten, die Meinung vertraten, die beiden Edelmetalle htten einen langen Preisanstieg vor sich, ist die berraschung auf der Bearseite eingetreten: 25 $ Preisrckgang bei Gold, dann eine kurze Erholung und es sieht nach weiteren Preissenkungen aus. Noch strker war der Rckgang bei Silber.

Meine Auffassung ist unverndert:
1. US-Aktien stehen vor einer langen Talfahrt, lnger als die meisten es sich vorstellen knnen.
2. Fr Gold und Silber gilt dasselbe.
3. Festverzinsliche werden fallen, die Zinsen daher steigen.
4. Der Dollar wird vermutlich ber mehrere Monate steigen.
5. Die Wirtschaft wird sich generell abwrts entwickeln. Das dominierende Muster wird eine deflationre Rezession sein.

Es gibt m. E. keinen Grund, vom Basisszenario abzuweichen, das ich seit lngerem vertrete. Ich gebe aber zu, dass seine Realisierung lnger dauert, als ich angenommen hatte. Manchen meiner Kritiker macht das verstndliche Freude. Wie ich aber schon mehrfach in dieser Kolumne sagte: Entscheidend ist nicht, wann der erste Schneefall kommt und wie ergiebig er sein wird. Wesentlich ist, ob man auf den Winter oder den Sommer zugeht. Das allein kann auf die Dauer helfen, mehr richtige als falsche Entscheidungen zu treffen.

Die Entscheidungen muss jeder fr sich treffen. Ich gebe aus Prinzip keine Geldanlageempfehlungen ber ein Medium wie diese Kolumne, denn das wre ohne genaue Kenntnisse der konkreten Einkommens- und Vermgensverhltnisse und vieler anderer Faktoren des Einzelfalles unseris.

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